Afghanische Kulturverein
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Aktualisiert am: 15.5.2008

Dustane Aziz (Liebe Freunde),
“Es ist genug” das ist das Motto eines Symposium, welches am 27. und 28. Oktober in Hamburg stattfindet. Diese Versammlung soll das Bewusstsein der Ungerechtigkeit ans Licht bringen, welche die Frauen in Afghanistan in ihrem täglichen Leben erdulden müssen. Frauen müssen gehorchen, wenn es ein erwachsener Mann aus ihrer Familie ihnen befiehlt. Wenn sie ihren eigenen Ideen nachgehen wird das als Ungehorsamkeit gesehen und sie werden wieder in die Küche geschickt.
Ich habe sogar von einem hochrangigen Mullah in Iran gehört, dass er Schläge für ein oft notwendiges Mittel sieht Frauen zu bestrafen, wenn sie den Befehlen ihres Mannes nicht gehorcht. Was sind wir? Sind wir Tiere?
Sogar jetzt in Europa oder Amerika in einer Gesellschaft der Freiheit und Gleichheit können viele diese alten Angewohnheiten nicht loswerden. In den Zeitungen lesen wir von Zwangsheirat, Ehrenmorden, Frauenunterdrückung und Vergewaltigung in der Ehe. Wenn sich unsere Gesellschaft hier nicht ändert, wie können wir je erwarten, dass sie sich in Afghanistan ändern wird.
Wir sollen immer bedenken, dass die wirtschaftlich und kulturell am weitesten entwickelten und erfolgreichsten Länder der Welt Schweden, Dänemark und Norwegen sind, wo die Frauen volle Gleichberechtigung haben. Dass Frauen lesen und schreiben können ist eine Selbstverständlichkeit und für einen Mann ist es überhaupt kein Problem, wenn sein Chef in der Arbeit eine Frau ist. In ihrer Ehe sind sie gleichwertige Partner, die zum Wohle der Familie beide in die gleiche Richtung ziehen.
Sollten wir nicht auch das in Afghanistan versuchen einzuführen, um unsere Heimat einen besseren Ort zum Leben für alle zu machen? Wenn sie mit mir übereinstimmen helfen sie unseren Hamwatan Aziz hier im Ausland diese Idee von Gleichheit und Freiheit zu leben, damit diese Ideen nach Afghanistan auch einmal hineingetragen werden.
Wünscht sich von ganzem Herzen
Zohreh Jooya
29.09.2007
Biography of Mawlana by Dr. FARHADI ![]()
Der 800ste Jahrestag Maulanas

Heute gedenken wir Maulanas, des großen gelehrten und mystischen Dichters. Lassen Sie ihn zunächst von Einem bekannten Österreicher, der Johan Wolfgang von Goethe zu seinem westöstlichen Diwan anregte, vorstellen. Joseph von Hammer-Purgstall schrieb 1818 über Maulana wie folgt:
„Auf den Flügeln der höchsten religiösen Begeisterung, welche hoch erhaben über alle äußeren Formen positiver Religionen, das ewige Wesen in der vollkommensten Abgezogenheit von allem Sinnlichen und Irdischen als den reinsten Quell des ewigen Lichtes anbetet, schwingt sich Mevlana nicht wie andere lyrische Dichter, und selbst Hafis bloß über Sonnen und Monde, sondern über den Urvetrag der Vorherbestimmung und über den Spruch des Weltengerichtes in die Unendlichkeit hinaus, wo er mit dem ewigen Wesen als ewiger Anbeter und der unendlichen Liebe als unendlich Liebender in eins verschmilzt.“
(Geschichte der schönen Redekünste Persiens, Wien 1818, Seite 164)
Eine faszinierende Beschreibung. Doch wer war dieser Mann? Maulana ist vor 800 Jahren am 30.9.1207 in der afghanischen Stadt „Blach“ geboren. Blach, die Hautstadt Baktriens mit dem schon im Altertum erbauten historischen Tempel „Nau Bahar“, war eine der ältesten Städte dieser Gegend.
Nach der Islamisierung ab 663 verwandelte sich Blach in ein Zentrum der Gelehrsamkeit und auch des Sufismus. Man sagt, die islamische Mystik sei zunächst als hartes Asketentum in Ostpersien und dem heutigen Afghanistan aufgetreten. So war etwa Ibrahim Adham, Ein bekannter Vertreter des ursprünglichen Sufismus im Islam, ebenfalls ein Bewohner der Stadt Blach. In Blach wirkte der Vater von Maulana, Baha’ eddin Walad, als angesehener Theologe. Ihn nannte man „Sultan ul Ullama“, den König der Gelehrten. Annemarie Schimmel bemerkte, dass er rätselhafte, faszinierende Aufzeichnungen über seine überwältigenden, oft schockierenden und in der Geschichte der islamischen Mystik wohl einzig dastehenden Visionen und Erlebnisse hinterlassen habe. Er war auch im Zentrum des Kalifats bekannt. Trotz all dem stand die Zeit für Ihn, seine Familie und sein Land unter keinem guten Stern. Einerseits verstand er sich nicht mit dem von weltlichen Philosophen umgebenen König und andererseits stand der Ansturm der Mongolen unter Dschingis Khan bevor. Die Mongolen sollten in wenigen Jahrzehnten die islamische Welt und Afghanistan in so gewaltigem Maße zerstören, dass sich das Land und die Bewohner von dem verheerenden Folgen bis heute noch nicht erholt haben.
Maulanas Familie hatte zu jener Zeit nur eine Möglichkeit: das Land zu verlassen. Samt Familie und Freunden zog Baha’ eddin Walad um 1219 nach Mekka, dann nach Syrien und von dort weiter nach Anatolien. Unterwegs traf er gemeinsam mit seinem 12-jährigen Sohn Mohammad in Nischapur den großen Mystiker Faridedinn Attar.

In Anatolien, zunächst in Erzwincan, später in Larenda (Karaman) und Konya, setzte Walad seine Tätigkeiten als Theologe bis zu seinem Tode fort. Danach übernahm der junge Mohammad Dschlalachin auf Wunsch seiner Anhänger und Gelehrten dessen Aufgabe. Gleichzeitig setzte er sein Studium bei seinem alten Lehrer Burhanuddin Muhaqiq Termezis fort, der selbst ein Schüler und ein Anhänger seines Vaters gewesen war. Auf Empfehlung Termenzis reiste Maulana nach Allepo und Damaskus, um dort insgesamt sieben Jahre zu studieren. Nach seiner Rückkehr aus Syrien verfügte Maulana über ein fundiertes Wissen, welches nicht nur die Theologie und Jurisprudenz des Islam umfasste, sondern auch Philosophie, Fremdsprachen, Literatur und viele andere Geheimnisse des mystischen Pfades.
Nach dem Tod seines Meisters Muhaqiq setzte Maulana seine Tätigkeit als Mufti und Gelehrter an der Madrassa von Konya fort. In den nachfolgenden Jahren beschäftigte er sich mit dem Dogma, der islamischen Rechtskunde und den äußeren Wissenschaften, bis er eines Tages einen Derwisch namens Schmaseddin Tabrizi traf, der plötzlich die Frage stellte: „Ist Bayrzid größer oder Mohammed?“ Maulana sprach: „Was ist das für eine Frage? Mohammed ist das Siegel der Propheten – was hat das mit Bayrzid zu tun?“ Scham sagte: „Warum hat Mohammat gesagt: „Wir kennen dich nicht, wie es sich gebührt, und Bayrzid: Preis sei mir, wie groß ist meine Majestät!“ Die Fortsetzung dieses Gespräches ist unterschiedlich überliefert, aber alles deutet darauf hin, dass Maulana in Schams jemanden fand, der über große mystische Kenntnisse und außerordentliche geistige Kraft verfügte. Und auch der Derwisch merkte, dass Maulana hoch gebildet und reif für mystische Erfahrung war. In der Folge entwickelte sich zwischen beiden eine beispiellose Freundschaft, eine mystische Liebe, die nicht nur das Leben Maulanas veränderte, sonder auch zu einer Mystik und Lehre führte, die den Kulturschatz der Menschheit bereicherte. Auf den Inhalt und die außerordentliche Lyrik dieser Lehre kommen wir noch zu sprechen.
Wie erwähnt, änderte Maulana durch Schams sein Leben. Er trat weniger in der Öffentlichkeit auf, kümmerte sich weniger um seine Schüler und hörte zu predigen auf. Vielmehr beschäftigte er sich mit Schams. Schüler und Anhänger Maulanas, die Schams als Keil zwischen sich und ihrem Meister sahen, schürten Eifersucht und Zorn bis Schams Konya verlassen musste. Maulana blieb untröstlich zurück. Lange suchte er voll Leidenschaft nach seinem verschollenen Freund, reiste nach Syrien, um ihn zu treffen, aber vergeblich, Schams war ermordet worden.
Je mehr Zeit verging, umso größer wurde Maulanas Leidenschaft und Sehnsucht. Er ergab sich völlig der Dichtung und dem Reigen (Tanz und Musik). Als er eines Tages durch das Quartier der Goldschmiede ging, hörte er das Geräusch eines Hammers. Entzückt tanzte sein einfacher Schüler im Bazar nach diesem Hammerschlägen und er Goldschmied Salaheddin tanzte mit. Er wurde zum engsten Vertrauten Maulanas und trotz Kritik seiner Mitschüler zu dessen Nachfolger. Maulana sah in seiner Beziehung zu Ihm die Fortsetzung der mystischen Liebe zu Schams. Um 1259 starb Salaheddin.
Da Maulana für seine Leidenschaft und mystische Erregtheit immer eine Quelle der Inspiration brauchte, wandte er sich nun seinem jungen Freund Husameddin zu, den er seit langem kannte und den er Ziya ul Haqq (Licht der Wahrheit) nannte. So wie das Licht zur Sonne gehört, so hatte Maulana Husameddin als ein Antlitz seines geliebten Freundes Schams gesehen. Husameddin verdanken wir, dass Maulana seine Lehre niederschreiben ließ. Er diktierte in den letzten 15 Jahren seines Lebens sein weltbekanntes Buch „Mathnawi“, das fortan als Lehrbuch allen Liebenden zur Verfügung stand. Währendessen übernahm Husameddin als Nachfolger Maulanas Lehrtätigkeit.
Maulana, der sich im Exil aus der Heimatlosigkeit eine neue Heimat erschaffen hatte, musste am Ende seines Lebens zusehen, wie die Mongolen seine Heimat in Schutt und Asche legten und auch Konay bedrohten. Der Niedergang des Reiches stand bevor. Bei Sonnenuntergang den 17. Dezembers 1273 starb Maulana. An seiner Beisetzung nahmen nicht nur seine Anhänger aus dem ganzen Land, sondern alle Religionsgemeinschaften, Juden, Christen, Moslems, und sowohl Herrschende als auch die einfache Bevölkerung teil, und jeder seinen eigenen Riten gemäß. Sie priesen ihn: „Er war unser Jesus, er war unser Moses.“ Der ekstatische Tanz dauerte Stunde um Stunde.

Erlauben Sie mir, Kurz einiges über Gedankenlyrik und die Lehre Maulanas zu erwähnen.
Ein bekannter Dichter des 15 Jahrhunderts A.R. Jami Herawi meinte über Maulana: „Er ist kein Prophet und doch hat er ein Buch.“ Mit dem Buch sprach er das bereits erwähnte gewaltige Werk Maulanas namens „Mathnawi“ an, das rund 26.0000 Verse und seine mystische Lehre umfasst. Dieses Werk, dessen Vielschichtigkeit man mit einem aus Tausenden von Fäden gedrehtem Seil verglich, besteht aus 6 Büchern. Diese Bücher sind zwar nicht systematisch aufgebaut, sondern behandeln in Tausenden von kunstvoll ineinander geleiteten Parabeln und Bildern verschiedene Themen.
Maulana war zunächst weder Philosoph noch Dichter, sondern kritisierte beide. Dennoch hat ihn die mystische Liebe sowohl zum großen Philosophen als auch zum Dichter gemacht. Wie die theoretischen Darstellungen von Mathnawi zeigen, hat sich Maulana intensiv mit philosophischen Lehren auseinandergesetzt. Seine Lehre ist die Lehre des mystischen Pfades (Tariqa), aber seine Ansichten über Scharia (Rechtssystem des Islam) unterstreichen die Gemeinsamkeiten beider Richtungen. Maulana nimmt an, dass die Grundlage der Scharia und des Tariqa nur die Liebe ist. Auf der Suche nach der Wahrheit verwendet er die Methoden der Scharia. So denkt er wie ein Philosoph, aber er antwortet wie ein Motaklem (Rechtsgelehrter), und er distanziert sich vehement von jenen fanatischen Schiftgläubigen, die nur ihre eigene Religion und ihre eigene Gedanken als richtig und wichtig ansehen. Dispute solcher Gläubigen fand maulana kindisch, denn seiner Meinung nach sind zwar die Wege verschieden, aber das Ziel dasselbe, und alle Menschen streben mit großer Liebe danach. Dieser Sachverhalt ist weder Glaube noch Unglaube. Deswegen betonte Maulana immer wieder seine Zustimmung zu allen 73 Religionen und Konfessionen. Als ein Junge einer anderen Rechtsschule ihn deswegen beschimpfte, antwortete Maulana: „Mit dem, was du sagst, bin ich auch einverstanden.“
So behandelte Maulana in seinem Mathnawi, genannt „Laden der Einheit“, einige wesentliche Fragen ganz anders als die orthodoxen Theologen: etwa die Fragen der Einheit des gesamten Daseins (Nahdat ol Vudschud), die ständige Entwicklung der Seele durch die Stadien der Schöpfung, die Fragen von Willensfreiheit und Vorherbestimmung, Offenbarung und Prophezeiung, die Geheimnisse der mystischer Liebe, die Seele und Ihrer Rückkehr zum Anbeginn. Für Maulana bildet das Selbstopfer auf jeder Stufe des Daseins die Vorbedingung für eine höhere Entwicklung. Dies bedeutet aber keiner übertriebenen Askese, keinen Verzicht auf Leben und seine Schönheiten, vielmehr eine Vervollkommnung der Menschen in Geist und Körper. In der mystischen Wahrheit gibt es keinen Platz für Zwietracht, Krieg oder Streit. Maulana betont immer wieder: „Liebe ist Heilmittel all unserer Probleme.“ Da die Mystik Maulanas nicht theoretisch, sondern vielmehr empirisch ist, bedeutet sein Mathnawi auch ein mystisches Erlebnis, das mit der Sprache des Rohres beginnt und nirgendwo endet.
Diese Sammlung ekstatischer Gedichte stellt den Höhepunkt der Dichtkunst dar. Sie dient der Erziehung und Bildung. Seine Erzählungen stammen im Kern aus dem Kulturschatz der Völker. Durch Wortassoziation werden reiche Gedanken so weitergespannt, dass der Leser auf die Fortsetzung wartet. Mathnawi ist in seinem Stil einmalig und beispiellos. Es wird oft als islamische Enzyklopädie bezeichnet. Mann kann Mathnawi am besten verstehen, wenn man die Sprache des Rohres und seine Geheimnisse versteht.
So wurde der ganze Diwan, 36.000 Verse, dem Geliebten Schams gewidmet. Man kann den anfangs zitierten Ausspruch Hammer-Purgstalls umso besser verstehen, wenn man sich mit Diwan Schams beschäftigt. Hier sieht man, was mystische Liebe bewirken kann. Maulana, der zunächst keine Gedichte schrieb, wurde durch diese Liebe zum Meister der Sprache. Annemarie Schimmel bringt es auf den Punkt: „Maulana verwendet in seiner Lyrik Wortspiele, setzt unerwartete Wendungen zur Schockwirkung ein, macht unwichtige irdische Phänomene zum Gleichnis für ein höhere Wahrheit, zieht alle Register des Vokabulars, um die Höhe und Tiefen seines Innenlebens anzudeuten.“ Im Diwan steht Maulana nicht im Mittelpunkt, hier vergisst er sowohl als auch seine Dichtung. Er folgt nicht seinem Intellekt, der ihm Form und Regeln des Reimens auferlegen will. Im Meer seiner Fantasie und seiner Gedanken schwimmt Maulana voran, ihm folgen die Verse. Diese sind bloß Wörter, sie sind die Melodie und die Rhythmen, die den Weg zum Himmel öffnen. Der Ausbruch eines Vulkans im Inneren Maulanas im Diwan reißt alles mit, was auf seinem Weg steht: Liebe Schmerz, Wissen, Mystik, Philosophie usw. Hammer-Purgstall hat Recht, wenn er behauptet, dass sich außer Maulana noch kein anderer auf dieser Ebene der Dichtkunst befunden hat.
„Fihi ma fihi“ bedeutet: „Darin ist, was darin ist.“ Das ist eine Sammlung von Gesprächen Maulanas, die man als eine wichtige Ergänzung zu Mathnawi und Diwan verstehen kann. In Fihi ma fihi erlebt man den Maulana nicht nur als Mystiker, sondern auch als Philosoph, der praktische Dinge wie ein scholastischer Theologe behandelt. Er gedenkt hier nicht nur großer Denker und Poeten wie Sanai Ghaznawie Attar, Chaqani, Ghazali, Bedtreinie, Halladsch, Mutanabie und der anderen, sondern arbeitet seine in Diwan und Mathnawi geäußerten Gedanken aus. Im Fihi ma fihi sieht er die Welt als eine Ansammlung von Gegensätzen. Für ihn besteht das Leben aus einem ständigen Wachsen, einer Aufwärtsentwicklung. Er interpretiert nicht nur die Thoradas Evangelium und den Koran, sonder erzählt in schönsten Parabeln und Bildern Geschichte und Anekdoten. Maulana verfolgt in Fihi ma fihi weiter den Gedanken der Einheit des gesamten Daseins. Gegenüber Philosophen bestreitet er die Ewigkeit der Welt. Und für Mystiker zeigt er den Pfad bis zum Wasil oder der Vereinigung mit den göttlichen Geliebten, wobei hier Faqr d.h. jene Haltung, in der man nichts begehrt und doch alles besitzt, eine wegbereitende Rolle spielt.
Kurzum, im Fihi ma fihi sieht man die Denk- und Arbeitsweise eines gealterten Maulanas, der versucht, das menschliche Leben so dynamisch wie möglich zu interpretieren. Die Sprache von Fihi ma fihi ist innig und gut verständlich.
Von Maulana haben wir auch zirka 2000 Verszeilen, die seine Dichtkunst beweisen. Einige Briefe Maulanas sind ebenfalls erhalten geblieben, wo wir seinen Respekt gegenüber Frauen, seine Liebe zu den Kindern und seine Hilfsbereitschaft zu den Bedürftigen erkennen.
Es ist überliefert, dass Maulana auf der Rückseite seines Werkes mathnawi vermerkt hat, er habe Mathnawi nicht dafür geschrieben, damit es wie eine Kette getragen oder auswendig gelernt wird. Er habe Mathnawi viel mehr dazu geschrieben, damit man es unter die Füße legt und empor steigt, empor bis zum Himmel und darüber hinaus. Denn Mathnawi ist eine Leiter zum Himmel. Wenn wir heutzutage seine Lehre auch nicht in diesem Maße anwenden können, so können wir doch auf sein Leben und seine wesentlichen Ideen zurückgreifen um die Verhältnisse unseres Lebens zum Positiven zu verändern. Dazu hier einige Stichworte:
• Liebe:
Liebe zu allem und zu einem,
Liebe zu Mitmenschen und zur Natur
• Toleranz und Frieden:
Respekt vor anders Denkenden
Respekt vor anderem Glauben und anderen Kulturen
Umgänglichkeit und Miteinander für ein besseres gegenseitiges Verständnis
Dialog und Stellung gegen Gewalt, Vorurteile, Intoleranz, Fanatismus und Überheblichkeit
Selbstbesinnung und soziales Engagement
Materielle Bescheidenheit und Wertschätzung von Bildung,
und ethischer Erziehung als Grundlage für ein menschenwürdiges Leben
Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zusammenarbeit
Freiheit, Gerechtigkeit und gesellschaftliche Solidarität
Maulana arbeitete lebenslang für diese Ideale.
Wir danken ihm für sein großartiges Lebenswerk, für seine Lehre und für seinen beispielhaften Lebensweg.
Voller Verehrung gedenken wir seines 800. Jahrestages.
Möge das Licht seiner Gedanken weiter unseren Planeten erleuchten.
Dipl.- Ing. M. Omar Mohsenzade
Biography of Mawlana by Dr. FARHADI ![]()
Afghanisches Neujahr- Nowruz
Der Verein “AK IN Ö“ und der Chefredakteur der Zeitschrift Andescha feierten das afghanisches Neujahr “Nowruz“ zusammen mit afghanischen, österreichischen, persischen, kurdischen, tadjikischen und weiteren Freunden in Wien und Klagenfurt. In der Wiener Veranstaltung unterhielten Tanzgruppen aus Afghanistan, Iran, Indien und Ötserreich das Publikum. Hr. Mir G., Obmann des Vereins “AK IN Ö“, las die Neujahrbotschaft des Vereins vor. In seiner Botschaft wünschte er allen Afghanen und anderen Völkern der Welt im neuen Jahr Frieden, Glück und Erfolg.
In Klagenfurt begrüßte Dr. Ghulam Mohsenzada die zahlreich erschienenen Gäste. Bei diesem traditionellen Fest wurde ebenfalls ein kulturelles Programm dargeboten.
Muttertagsfeier in Wien:
Auf Initiative der Afghanischen Frauengesellschaft in Wien wurde der Muttertag gefeiert. Bei dieser Feier würdigte man die Mütter für ihre großartigen Leistungen in der Familie und der Gesellschaft. Zahlreiche afghanische Familien begrüßten diese Initiative.
50. Jahrestag des Staatsvertrages:
Anlässlich des 50. Jahrestags des Staatsvertrags der Republik Österreich an den offiziellen Feierlichkeiten teil.

Ghazal über Wien
Zur Beendigung des Fastenmonats Ramadan veranstaltete der Afghanische Kulturverein in Österreich eine Nacht der Poesie und Musik in Wien. In dieser Nacht sprach der Dichter und Literaturkritiker Afghanistan, Dr. Latif Nazemi, über Ghazal als eine hervorragende Form der Lyrik in unserer Sprache. Die berühmte Dichterin, Dr. Humeira Neghat Dastagirzada, Fr. Mastura Haschemi-Intendantin des afghanischen Fernsehens in Frankfurt der Dichter A. Wahab Sarter, der BBC-Korrespondent Haroon Yussefi, Fr. Zuheila Hazrat Nazemi-Moderatorin des Aryana-Fernsehen und der junge Dichter Sabur Sahib trugen einige bezaubernde Ghazals.
Bamians Buddhistische Denkmäler und neue Ausgrabungen
Bamians Buddhistische Denkmäler
und neue Ausgrabungen
Die 1922 gegründete „Delegation archéologique Francaise“ in Afghanistan“ (DAFA), inzwischen eine Afghane - Französische Institution, hat ihre archäologische Aktivitäten nach einer langen Pause wieder aufgenommen.
Der afghanische Archäologe Prof. Dr. Zemarjalei Tarzi erstattete uns einen Bericht über neue Erkundungsausgrabungen der DAFA, die unter seiner Leitung in Bamian durchgeführt werden. Hier veröffentlichen wir erstmals diesen Sonderbericht für unsere Leser!
Im Gegensatz zu schlechten Benehmen der Zuständigen in Bamian im Jahr 2002 wurde die archäologische Delegation Afghan - Frankreich im Sommer 2003 sehr freundlich von den vernünftigen Beamten Bamians empfangen. Vor unserer Reise nach Bamian habe ich als Leiter der Delegation die Gelegenheit gehabt mit Herrn Karzai, Präsident des sprovisorischen, islamischen Staates Afghanistan zu treffen. Ihm erklärte ich die Schwierigkeiten im vergangenen Jahr, in dem einige Fehler entstanden waren. Der Präsident versicherte uns allseitige Unterstützungen.
Die Ausgrabungen unserer Delegation begann unverzüglich im August 2003 mit der Unterstützung der Hilfsarbeiter aus Bamian.
Das Forschungs- und Ausgrabungsgebiet der Delegation für das Jahr 2003 wurde Süd- östlich der Wandnische der 38 m hohe Buddha-Statue, in der Nähe des einzigen Stupa Bamians, auf den Feldern der Bauern des Dorfes „Tadjikan“ festgelegt.
Diese bebauten Felder werden gemietet und ihre Ernte entsprechend des Marktpreises bezahlt. Nach Ausgrabungen und eineinhalb monatigen Aktivitäten wurden sämtliche Gruben und Schächte zugeschüttet. Die Bauern bekamen ihre Felder zurück. Die Wahl dieser Gegend als Forschungsziel beruhte auf jene archäologische topographische, toposymische und Altdokument bezogene Studien, die ich in den Jahren nach 1970 durchgeführt habe. Auf Näheres hier will ich nicht eingehen, nur erwähne ich, dass das archäologische Programm unserer Delegation aus folgenden
Aus genommen von ANDESCHA
Bereichen bestand:
Festlegung und Ausgrabung der königlichen Stadt Bamians
Ausgrabungen der buddhistischen Tempel Bamians
Ausgrabung des „Ost-Tempel“ Bamians, wo sich nach Überlieferung des chinesischen Pilgers im 7.Jhd., Hiuan Tsang, eine Buddhastatue im Schlafzustand mit einer Länge von 1000 Pa (ca. 300m) befinden sollte.
Unsere Delegation konzentrierte ihre Aktivitäten auf dem 3. Bereich, wobei ihre Ausgrabungen die Grundlagen für weitere Forschungen im kommenden Jahren vorbereiten. Zunächst erfolgten die Ausgrabungen im Sommer 2003 nur in jenen Bereichen des buddhistischen Tempel, wo der 1000 Pa lange Buddha im Schlafzustand vermutet wurde. Die Erforschung war so geplant, dass es in vielen Punkten dieser Gegend einige vorbereitende Ausgrabungen zur Erhaltung der Resultate mancher geologischen, geomorphologischen sowie des alten Bewässerungssystem auf wissenschaftlicher Grundlage durchgeführt werden sollte. Nach Erhaltung einiger Informationen durch diese vorbereitende bzw. Probeausgrabungen sowie Erkundung der Schichtenarten der Gegend begann die eigentliche Ausgrabung des „Ost-Tempels“. Aufgrund der breiten Ausgrabungen in 3 Zonen konnten folgende Ergebnisse erzielt werden:
Der beginn des Klosterlebens in Bamian kann nicht früher gewesen sein, als im 3.Jh. Über diese Etappe gibt es noch keine zuverlässige Informationen. Es gibt außer wenigen Tonscherben und Pflastersteinen des Hofes keine anderen Funde. Hier muss man auf Ausgrabungen in den nächsten Jahrhundert warten.
Die 2. Etappe des Klosterlebens in Bamian setze sich vom 3.Jh. bis zum 6.Jh. fort. Während dieser Zeit (vom Ende des 3.Jh. bis Mitte des 6.Jh.) wurde Bamian von vielen Angriffen und Kriegen heimgesucht, deren verheerenden Folgen erst im 6.Jh. beseitigt wurden. Künstler und Baumeister Bamians haben nicht nur die beschädigten Denkmäler repariert und verbessert, sondern hervorragende Kunstwerke wie die 55m hohe Buddha-Statue in Bamian geschaffen.
Bei der Ausgrabung von Feld A, Sektion A9, hinter der Südwand des „Ost-Tempels“ konnte in einem Schacht mit der Größe 9x3m einige Bruchteile verschiedener Tonskulpturen gefunden wurden. Ausgrabung und Sortierung dieser Teile erschienen zunächst als sehr schwierig. Dank der großartigen Erfahrungen, die unsere Delegation während unserer Ausgrabungen in Hadda (Osten – Afghanistan) sammeln konnte, ist es uns gelungen diese Skulpturen zu retten. Aufgrund meiner lang- jährigen Erfahrungen konnte ich diese verfallenen und ganz feuchten Werke reparieren. Außer diesen Fragmenten, die zum Klostergewand der Statuen gehören und verschiedenartig dekoriert waren, wurden ebenfalls in der Schacht A9 sieben Köpfe der Statuen buddhistischer Göttinnen gefunden, die in Zukunft im lokalen Bamian - Museum ausgestellt werden. Entdeckung dieser Statuen deuten darauf hin, dass unsere archäologische Ausgrabungen innerhalb eines buddhistischen Tempels durchgeführt sind. Wahrscheinlich ist dieser derjenige Tempel, wo sich die liegende Statue Buddhas die ihn im Sterbebett darstellt und länger als 300m hoch ist, befindet. Die künftigen Ausgrabungen im Sommer 2004 und der folgenden Jahren werden meine Thesen besser beleuchten und der entwickelten Welt zeigen, dass die heutigen armen Länder in der Vergangenheit großartigen Epochen hatten. Bamian besitzt eine solche Geschichte, wo ihre größte Denkmäler Interesse der endtlegensten Länder der damaligen Welt geweckt haben. Viele reisten nach Bamian, um ihre schönsten Denkmäler zu bewundern.
Aussicht der Ausgrabungen Nr. A „Ost-Tempel“, süd-östlich der Wandnische der 38m hohe Buddhastatue, südlich der großen Felswand Bamians.
Der chinesischen Pilger Hiuan Tsang, der 632 u. Bamian besuchte, berichtete,
dass es in ca. 2 oder 3 li (1100m oder 1650m) Entfernung von der königlichen Stadt ostwärts einen großen Tempel gibt, wo königliche bzw. religiöse Feierlichkeiten stattfanden und dort sich eine legendäre Buddhastatue befand, die Sakyamani im Sterbebett darstellt.
Ausgrabungsgebiet : Süd-West , das sich westlich des einzigen Stupas Bamians befindet. Diese Ausgrabung unter Leitung von Prof. Tarzi beweist, dass der Stupa in der 1. künstlerischen Etappe Bamians im 3Jh gebaut wurde. Er wurde in der 2. künstlerischen Etappe Bamians im 6.Jh restauriert. Der runde Weg, den die Pilger von links nach rechts umkreisten, war mit Kalksteine gepflastert. Er ist in 3 Etappen renoviert worden. Die künftigen Ausgrabungen in der Stupa werden weitere Einzelheiten noch ans Licht bringen.
Der Kopf einer Tonstatue Buddhas, die im Schacht A9 des Ausgrabungsfeld A gefunden wurde. Sie war durch Feuchtigkeit total beschädigt. Prof. Tarzi gelang es , sie zu restaurieren. Die Gesichtszüge dieser Statue lassen es erkennen. dass sie wahrscheinlich der mittleren Etappe Bamians dem 5jh gehört. Das Gesicht einer Statue, eventuell Buddha, die aus Tonerde gemacht wurde. Sie wurde ebenfalls im Schacht A9 im Feld A gefunden. Ihre Physiognomie gehört zu den alten Denkmäler Bamians, die Verbindungen zu den Funden der 1. Etappe Heddas und des Tapa -e Sarder (Ghanzni ) aufweisen.
Sie ähneln den griechisch – buddhistischen Denkmälern Khandahars. Diese Statue besteht aus einem grünlichen Ton, die nach der Bemalung noch schöner aussah. Ihre Augen sind schwarz, ihre Kleider rot und ihre Wangen rosa. Kopf einer Tonstatue , die wahrscheinlich eine buddhistische Göttin darstellt. Sie wurde im Schacht A9 des Feldes A freigelegt. Sie zeigt Verbindungen zu den Gegenden wie Kapisa, Kabul, Ghazni und Hadda, die der gleichen Epoche gehören. Bamian lag an der Handelsroute Zentralasiens, daher konnte sie von künstlerischen Erscheinungen Khandahars und den anderer Gegenden profitieren.
Allmählich verselbstständigte sich die Kunstschule Bamians. Ihre hervorragenden Kunstmerkmale wurden Zentralasien und chinesischen Türkestan weitergegeben, sodass viele Tempel in China, Korea und Japan ihre Gestaltung der Kunstschule Bamians zu verdanken haben. Der Kopf einer Tonstatue, die eventuell ein kuschahnische oder ephtalische Prinzessin darstellt , welche die Geschenke darbringt. Das stark beschädigte Gesicht dieser Statue weist Reste beständiger und heller Bemalungen auf . In der buddhistischen Kunst gibt es viele Denkmäler, die die lokalen Geschenkgeber wie die Könige, Prinzen, Adelige und Wohlhabende gleichzeitig darstellen. Ein numismatischer Vergleich mit diesen Denkmälern erleichtert die Arbeit eines Archäologen, die Datierung solcher Werke leicht zu finden.
Der Kopf einer Tonstatue, die eine buddhistische Göttin oder eine Geschenkgeberin darstellt. Sie wurde in Schacht A9 des Feldes A gefunden. Diese Statue war ebenfalls durch Feuchtigkeit und Druck von oben total beschädigt. Ihre Restauration durch Prof. Tarzi dauerte mehrere Tage.

Rosengarten
Sie haben, ach, zweifarbige Gedanken:
Koran zur Hand-doch glauben sie wie Franken.
Und wie die Schachfiguren-immerwährend
Bedanken se, sich um ihr Haupt zu zanken
Sarmad
Ich und die Kerze, die Nachtigall und der Falter,
wir sind alle gleich:
Gingen gemeinsam zum Friedhof und sind dort zusammen
zur Nacht ganz verbrannt.
Ja, wir verbrannten, und unser verbrennen im Dunkel
war keinem bekannt, Gleich einem Feuerwerk, nutzlos im Scheine des Vollmonds,
so sind wir verbrannt
Zeb un Nissa
Vertraue dich dem Entwerden
Es hat meine Geister gemischt sich mit deinen,
Wie Wein vermischt mit klarem Wasser sich.
Wen etwas dich berührt, rührt es auch mich an,
Denn immer bist und überall du ich.
Ich bin der, den ich lieb, den ich liebe ist ich-zwei Geister, doch in einem Leibe.
Und wenn du mich siehst, hast du ihn gesehen,
und wenn du ihn siehst, siehst du uns beide.
Dein Bildnis mir im Auge, dein Wohnort mir im Herzen,
Im Mund das dein-Gedanken- und verbirgst du dich?
Manssur Haladsch
Um dich spiele ich en Lied, wenn ich die Flöte hebe,
Und rege ich den Fuß-zu deinem Dorf ich strebe.
So viel wie du an Güte und Gnade mir zeigt,-Unmöglich, dass ich je mein Herz von dir enthebe!
Djallalunddin Mohammd Balkhi Rumi
Frecher Derwisch
Ein frecher Derwisch sah einst in Herat, 
Wie eines großen Diener vor ihn trat,
Mit goldenem Gürtel und mit Seidenflor-
Da hob ich den Blick zum Himmel er empor,
„O Gott, willst Du von diesem Mann der Welt
Nicht lernen nun, wie man sich Diener hält?
Nicht lernen, wie man kleidet sie und nährt,
Von diesem Fürsten, unserem Meister wert?
Denn er war hilflos, und war arm und nackt
Und zitterte, von Kälte hart gepackt,
Ganz außer sich vergaß er seine Sitte,
Er wurde Frech aus seiner Elends Mitte.
Auf tausend Gaben hatte er gebaut:
Die wissenden sind eng mit Gott vertraut.
Der Schah Vertrauter darf wohl Frechheit wagen:
Du aber darfst nicht solche Worte sagen.
Gott gab den Leib, der besser als das Kleid,
Der Fürst schenkt Kronen-Er das Haupt verleiht.
Djallalunddin Mohammd Balkhi Rumi
Rosengarten
Garten und Blumen
Im Garten sind tausend Entzückende fein
Und Rosen und Veilchen mit Düften so rein
Und rinnendes, plätscherndes Wasser im Fluß-
Diese alles ist Vorwand: Er ist allein.
Mavlana Djallaluddin Balkhi-Rumi
Die Nelke
Eine Flammentropfen, der von der Geliebten
Lippe gebracht ward-das ist diese Nelke.
Ich merke es aus ihrer Bitterkeit.
Da ringsumher, so wie erschlagen, fallen
Von ihrem wilden Duft die Schmetterlinge,
Ist auch mein Herz zum Falter ihr geworden
Ahmad Haschim
Der Geliebte erstrahlt wie die Sonne im Glanz,
Gleich den Stäubchen umkreist in der Liebenden
Kranz.
Wenn der Lenzwind der Liebe zu wehen beginnt,
Jeder Zweig, der nicht dürr ist, regt sogleich sich
Im Tanz!
Mavlana Djallaluddin Balkhi-Rumi

Lotosblüte
Siehst du der frohen Lotosblüte Frische,
Den süßen Duft den ihre Mitte trägt?
Sie gleicht an Glanz der Schale voller Perlen In die man schwarze Ringe eingelegt.
In Abdschad
Das Gebet
O Herr, gib meinem Herzen voll Gnade Lebensgeist,
Da allem Schmerz geduldig du Arzeneien leiht.
Wie wüsste ich armer Sklave, was es zu suchen gilt?
Der Wissene bist du nur-so gibt mir, was du weißt!
Voll Unruh muss ich ohne dich, Herr, schwanken,
Denn deineWohltat kennt nicht Zahlt noch
Schranken:
Und würde jedes Haar mir auch zur Zunge-
Noch immer nicht könnt ich genug dir danken!
Wie Blut pulsiert die Liebe im Körper hin und her,
Erfüllt mit dem Freunde, macht von mir selbst mich leer.
Die Teile meines Körpers, das übrige ist er!
(Aus dem Elahi Name-Gebete von Abdullha Ansari Herawi)
Mein Herz
Ein solches Weh füllt meine herzgemächter,
Wofür es weder Arzt gibt noch Besprecher.
Das Gegengift, der Zaubertrank, o Schenke,
Ist Wein; schnek ein den Wein, den Kummerbrecher!
Als Hefenzecher seht die heftgen Zähren
Vorbrechen hinter meinem Winpernfächer
Vom lautern Herzblut, das sie drüben weinten,
Floß über, wie mein Auge, so ihr Becher.
O der du unterm blauen Himmelsbogen
Wölbst, Einziger, der blaue Kuppeldächer!
Von dir verbrannt wird jeden Tag für Dschami
Der Kummer stärker und das Weh nicht schwächer.
Ein einzig Wörtchen sag ich dir und gehe;
Du kannst erraten, was verschweigt der Sprecher.
Nurudin Abdurahman Djami-Herawi
Afghanische Schule in Wien muss schließen
Den Afghanischen Kurs gibt es schon seit 9 Jahren. In diesem Kurs wurde Muttersprache (Dari), Mathematik und Hilfe bei den Hausaufgaben angeboten.
Den Schülern wurde auf eine Spielerische Weise zunächst das afghanische Alphabet, dann das zusammenfügen der Wörter und Anschließend der Satzbau gelehrt.
Natürlich wurde den Schülern auch bei ihren Schulproblemen geholfen. Kinder mit geringen Deutschkenntnissen wurde ein Deutschkurs angeboten und Hilfe beim bewältigen der Schulhausübungen. Es wurde auch Mathematik Nachhilfe Angeboten, damit die Afghanen sich von eine 5 auf eine 4 bzw. 3 retten konnten.
Die Pause wurde für die soziale Weiterentwicklung genutzt. Afghanen redeten mit anderen Afghanen und pflegten somit den Kontakt zu ihren Landsleuten.
Viele Afghanische Schüler, von denen die Meisten Migranten waren, profitierten von unseren Kursen und machten enorme Fortschritte. Schüler welche am Anfang noch nicht das Alphabet kannten, beherrschten mit der Zeit schon den Satzbau.
Am 20. Juni ging das 26. Semester unserer Kurse zu Ende.
Der Organisator, Herr Mir Ghousuddin Präsident des afghanischen Kulturvereins, lud die Schüler und deren Eltern zu einem Abschieds fest ein. Herr Ghousuddin überreichte den tüchtigen Schülern Geschenke und teilte den Eltern mit, dass er die Kurse schließen muss, da es an Finanzielle Unterstützung mangele.
Wir erwähnt gibt es diese Afghanischen Kurse, der für die Schüler schon wie eine Schule war, seit 9 Jahren und seit 5 Jahren erhalten wir keine Unterstützung mehr. Herr Mir musste alles von seiner eigenen Tasche bezahlen. Nun ist aber Herr Ghousuddin mit dieser Aufgabe überlastet, da er auch eine eigene Familie hat und so lange wir keine Unterstützung mehr bekommen, müssen wir leider unsere Kurse einstellen.
Die Eltern waren sehr froh über die Kurse und die Fortschritte die ihre Kinder gemacht hatten. Dementsprechend war dann das Bedauern als ihnen mitgeteilt wurde, dass die Kurse eingestellt werden, bis wir Finanzielle Unterstützung bekommen.

Farima und Dariush Ghamash.
Sie komme aus Afghanistan und lebe seit sieben Jahren in Wien im 21. Bezirk. Beide haben die Volksschule mit sehr guten Noten abgeschlossen und waren einer der Fleißigen Kinder in unserem Dari und Mathematikkurs.
Zurzeit besucht Dariush die Hauptschule HS Reisgasse 1 im 21. Bezirk und Farima das Oberstufenrealgymnasium in Gerasdorf.

Am 25. Mai 2005 wurden beide vom Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer eingeladen. Sie waren sehr glücklich als sie erfuhren, dass sie ausgewählt worden sind, denn von jeder Klasse wurde die/der Fleißigste, Schlauste und Tüchtigste ausgesucht.
Die tüchtigen Kinder haben Dr. Heinz Fischer Fragen gestellt und er hat sie dann im Nachhinein auch beantwortet.
Dariush stellte dem Herrn Bundespräsidenten eine außergewöhnliche Frage. Er fragte Ihn: „ Herr Dr. Heinz Fischer, wieso wollten Sie Bundespräsident werden?“ Der Herr Bundespräsident schaute Dariush an und bot ihn dann zu sich hinauf. Der Präsident antwortete Dariush: ,, Gute
Frage, na ja, zuerst wollte ich Fußballer werden, aber zufälligerweise bin ich in die Politik eingestiegen, und jetzt bin ich das was ich bin.“ Dann fragte der Herr Bundespräsident Dariush, was er werden wolle. Dariush antwortete darauf: ,, Wissenschaftler!“ Der Bundespräsident meinte, dass es sehr schwer wird, aber dass er es trotzdem schaffen könnte. Zuletzt haben die Fleißigen Kinder und der Herr Bundespräsident ein Erinnerungsfoto gemacht.
Farima und Dariush sind ein Paradebeispiel für gut erzogene afghanische Kinder und dass erfüllt unseren Verein mit stolz.
Report von G. Hasib
Lehrgänge
Ende eines weitern Semesters am 20. November 04 ging die 6. Runde der Lehrkurse des Afghanischen Kultureins Österreich in den Fächern Dari (Persisch), Mathematik und Deutsch zu Ende. Aus diesem Anlass trafen sich Schüler, Eltern, Lehrer und Mitglieder des Vereins zusammen.

Man begrüßte das Engagement des Vereins und forderte die Fortsetzung dieser Lehrgänge. Obmann und andere Mitarbeiter des Vereins versprachen ihren Einsatz für die Weiterführung der Bildungskurse. Mir G., Amiri R., Khalegi. G.H,Schefa, Karimi und einige Schüler sprachen über Bedeutung der Kurse. Im Namen der Eltern überreichte Frau Afschar Neda und Herr Nadjib dem Verein ein Exemplar des “Mathnawi, Maulawi“ das Werk des afghanischen Dichters und Philosophen “Maulana Djallaluddin Balchi“
Österreich hat 2008 EM – Wir hatten 2008 WM
Am 10. Mai gab es ein Fußballturnier. Der Veranstalter war Herr Mir, ein großer Fußballfan und fördere der Integration und des Interkulturelleren Dialoges.
Die Spieler waren Asiatischer, Afrikanischer und Europäischer Herkunft.
Man sah den Spielern die Freude am Spiel und den Spaß an. Es gab keine Platzverweise und kaum wurden Fouls begangen. Gegnerische Spieler scherzten miteinander und umarmten sich brüderlich – ein sehr Vorbildliches Turnier.
Die Spieler bekamen auch Stärkung, denn Herr Mir hatte für Pizza und Getränke für die Teams gesorgt.
Erster Platz wurde Wahdate Mili, zweiter wurde Jawanan, dritter wurde Don Bosco Pamir.
Wir danken den Bezirksvorsteher Herr Ing. Heinz Lehner, Casino Wien, Gemeinderat 1210 Wien Herr Bozsoki für Ihre Unterstützung und FAC für die Bereitstellung Ihres Platzes.
TV-Liveübertragung des Afrika-Cup Finale aus Ghana mit anschließender Podiumsdiskussion
Sonntag, 10. 2 2008, pulse, Schottenfeldgasse 3, 1070 Wien, Kick off: 18:00 Uhr
(Wien, 4.21. 2007)
Der African Cup of Nations wurde 1957 von der antikolonialen Confédération Africaine de Football (CAF) - noch vor der UEFA Europameisterschaft - aus der Taufe gehoben. Das Finale des 26. Afrika-Cups am 10. Februar in Ghana nimmt FairPlay-vidc zum Anlass, gemeinsam mit Experten aus der afrikanischen Community in Österreich, Fans und Sozialwissenschaftler die kontinentale Bedeutung der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zu diskutieren.
Programm:
18:00 – 19:45 TV-Liveübertragung (Großbildleinwand) des Afrika-Cup Finale 2008 aus Accra
In der Halbzeit Präsentation der neuen FairPlay-Broschüre „Sport für Entwicklung“ mit Tommy Gassler, FC Wacker Innsbruck, und des Projektes „Eine Halbzeit für Burkina Faso“
20:00 – 21:30 Podiumsdiskussion „Fußball in Afrika vor der WM 2010 – Zwischen Ausverkauf und Aufbruchstimmung“
ab 21:30 DJ P. Jaahma / GhanaLink
Die Podiumsgäste sind:
Gerald Hödl, Historiker, Lehrbeauftragter an der Uni Wien/Studienfach Internationale Entwicklung
M. C. Mamabolo, Zweiter Sekretär der Südafrikanischen Botschaft in Österreich
Emmanuel Ekeigwe, Präsident der New African Football Academy (NAFA), Wien
Ossiri Gnaore, Mitbegründer von Afrikanet.info & Leiter der Lernakademie Ossiri
Moderation: Reinhard Krennhuber, Chefredakteur ballesterer fm
Die Diskussion wirft ein erstes Blitzlicht auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Ist die erste FIFA WM Endrunde auf afrikanischem Boden lediglich ein notwendiger Schritt in der Globalisierung des Produkts Fußball und Teil der Aufrechterhaltung neokolonialer Strukturen? Oder schafft South Africa 2010 die Möglichkeit, die soziale, ökonomische, politische und sportliche Bedeutung Afrikas sichtbar zu machen?
Mehr auf: fairplay.vidc.org
29.09.2007
FUSSBALL – DAS SPIEL UM GELD, MACHT UND POLITIK

Keine Sportart erhitzt die Gemüter so sehr wie Fußball, er eint die Fans und macht die Gegner zu erbitterten Feinden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass dieser Sport zum Instrument benützt wird, Menschen zu manipulieren. Große Namen aus der Wirtschaft werden als Mäzene der bedeutenden Fußballvereine genannt, die jedoch bei genauer Betrachtung nicht uneigennützig ihr Geld investieren und auch fast ausnahmslos nicht, um Profite zu erzielen, sondern um ideelles Kapital zu schaffen. Marcel Mauss fragt in seiner berühmten Studie „Die Gabe“ nach der Kraft, die einem Geschenk innewohnt und bewirkt, dass es erwidert wird. An Hand von Beispielen zeigt er, dass in den meisten Fällen auch scheinbar altruistische Gaben einem Zweck dienen: Sie verleihen Prestige, dienen der Aufrechterhaltung von Sozialverhältnissen oder dem Eingehen neuer Verbindungen. Geschenke umfassen zudem nicht nur Wirtschaftsgüter, sondern auch symbolische Dinge, die eine eigene Kraft entfalten können, die Geber und Empfänger miteinander verbindet. Die aus den Investitionen resultierenden Gewinne sind vielfältig. Eine Ausnahme ist offenbar der amerikanische Spekulant Malcom Glazer, der neue Besitzer des traditionsreichen Klubs Manchester United. Der 76 jährige gilt als besonders geizig, der trotz einem geschätzten Privatvermögen von 800 Millionen Euro nur 20 Dollar Hosen der Billigmarke JC Penney trägt. Gegen den Willen der Vereinsführung erwarb Glazer zwischen 2003 und 2005 einen Großteil der Aktien des 126 Jahre alten Fußballclubs, der damit keine finanzielle Besserstellung erreichte, sondern den Klub in Schulden stürzte, denn er finanzierte den 1,2 Milliarden Euro teuren Kauf mit Schulden, die er auf den bisher schuldenfreien Verein und das eigene Stadion Old Trafford eintragen ließ. Um die jährliche Zinsenlast von 33 Millionen Euro
zu tragen, mussten bereits 20 Angestellte gekündigt werden und die Spielergagen um 16 Millionen Euro gesenkt werden. Dazu werden in den kommenden 5 Jahren die Eintrittspreise von bisher 37 Euro auf 66 Euro steigen. Bei dieser Kalkulation scheint Malcolm Glazer, der nie ein Spiel des von ihm erworbenen Vereins gesehen hat, als finanzieller Gewinner auszusteigen, aber noch ist das letzte Wort der illustren Fangemeinde nicht gesprochen. Ganz anders und ein wahres Familienerbe ist das Engagement der Familie Agnelli für den italienischen Spitzenverein
Juventus Turin. 1923 ging Edoardo Agnelli eine Partnerschaft mit dem erfolglosen Verein ein und wurde dessen Präsident. Dank der finanziellen Unterstützung wurde die Mannschaft verstärkt und wurde 28 mal italienischer Meister. Nach dem Tode Edoardos folgten seine Söhne Giovanni „Il Avvocato“ und sein Bruder Umberto, die bis zu ihrem Tode 2003 wie 2004 als Ehrenvorsitzende wirkten. Die Familien – Patronanz beschränkte sich nicht nur auf wirtschaftlicher, sondern auch auf politischer Ebene durch die enge Verknüpfung des Klub mit der Stadt Turin. Zur Zeit führt Juventus der der Familie nahe stehende Rechtsanwalt Franzo Grande Stevens für die Enkelsöhne Andrea Agnelli und Lapo Elkan. Zum Unterschied zu Glazer waren die Agnellis immer mit dem Verein und der Mannschaft verbunden und dadurch als Industrielle von der riesigen Fangemeinde geachtet. Ein Prestigegewinn, der bei dem wechselhaften politischen Geschehen in Italien besonders wertvoll war. Ähnlich gelagert ist das symbolische Kapital, das Silvio Berlusconi mit seiner Investition von 20 Millionen Euro bei dem maroden Traditionsklub AC Milan im Jahre 1986 erwirtschaftete. Berlusconi, Sohn einer Mailänder Kleinbürger – Familie, war zwar sportlich nie besonders interessiert, aber er wusste um das enorme Interesse der Fans und als „Patron“, der den Verein wieder an die Spitze führen konnte, nutzte er dies für Medieninszenierungen, womit er die Marktanteile seiner TV – Sender
hob und Stimmen für seine Forza Italia – dem Slogan der italienischen Nationalmannschaft! –
sammelte. Sein Engagement als „Patron“ hob vor allem sein umstrittenes Image, das ihn immer wieder in Mafia – Nähe rückte und das seinem Einstieg in die Politik mehr als hinderlich war.
So fungierten Fanclubs des AC Milan im Wahlkampf gar als Parteizentren! Als Mobilisierungs –
Ressource diente Fußball während der Jugoslawien – Krise. Milizenführer Zljko Raznatovic, besser bekannt als der Schlächter „Arkan“, rekrutierte viele seiner Kämpfer aus der Anhängerschaft des beliebten Klubs „Roter Stern Belgrad“, „Patenkind“ der Belgrader Polizei. Arkan war Vorsitzender der Fangemeinde und konnte sein Image als europaweit gesuchter Mörder und Bankräuber über die Fußball – Begeisterung aufpolieren. Obendrein wurde seine besonders grausame, aber erfolgreiche Milizgruppe, die „Tiger“, in einem Polizeistützpunkt in der Stadt Erdut ausgebildet – sie sind für mehr als 2000 Morde verantwortlich. Ganz anders sind die Interessen des reichsten russischen Oligarchen Roman Abramovich gelagert. Sein noch in der Jelzin – Ära unter der Patronanz von Medienmogul Boris Berezovski akkumuliertes Vermögen wies, wie bei anderen, zu plötzlichem Reichtum gekommenen Oligarchen, Schwachstellen auf, die einer Finanzüberprüfung der Putin – Ära nicht standgehalten hätten. Nach Putins Machtübernahme floh Berezovski nach London, Abramovich aber unterstützte großzügig seit 2004 den Fußballklub ZSKA Moskau mit 15 Millionen Euro, um seinen Patriotismus zu dokumentieren. Um den Steuerbehörden zu entgehen, bündelte Abramovich sein Vermögen in der in London ansässigen Dachgesellschaft Millhouse Capital und kaufte für 210 Millionen Euro den vornehmen Fußballverein Chelsea London, zu dessen Anhängern Vertreter der britischen Wirtschaftselite wie Politiker der konservativen Tory – Fraktion gehören. Abramovich investierte mehr als 350 Millionen Euro, stärkte die Mannschaft mit europäischen Spitzenfußballern, die er zwar zu teuer erwarb, die aber dem Verein 2005 erstmals seit 40 Jahren
den englischen Meistertitel brachten. Sein Streben, der englischen Elite anzugehören, zeigt auch der Erwerb eines Prachtwohnsitzes um 38 Millionen Euro, sowie eines Hotels und Nachtklubs.
Roman Abramovich, das Waisenkind aus Sibirien, ist auch bestrebt, seine drei Kinder in England ausbilden zu lassen. Ebenso nützen die in der Ukraine ansässigen Oligarchen ihre Investitionen in den populären Fußball, um ihre gesellschaftliche und soziale Position zu festigen. Der elegante Hryhoryj Surkis, allerdings mit einem besonders üblen Leumund aus seiner Vergangenheit, erwarb den europäischen Spitzenverein Dynamo Kiew 1993, förderte ihn mit mehr als 100 Millionen Euro aus Privatbesitz und führte ihn 1999 bis ins Halbfinale der Champions League. Trotz gegenteiliger Äußerungen Surkis gilt Dynamo Kiew als lukratives Unternehmen, das dank seiner erfolgreichen Talentförderungen in den letzten Jahren Spieler im Wert von über 50 Millionen Euro ins Ausland transferieren konnte. An der Spitze der Donezker
Oligarchen – Clique konnte sich das Bergarbeiterkind tartarischer Abstammung, Rinat Achmetov etablieren, der laut Forbes mit einem Vermögen von 1,7 Milliarden Dollar reichster Mann der Ukraine ist. Er investierte in seinen Heimatverein Schachtjor Donezk seit 1996 mehr als 250 Millionen Euro, der neben Dynamo Kiew den ukrainischen Fußball dominiert. Er ließ das modernste Trainingszentrum Osteuropas errichten und förderte den Bau eines Internates für 3000 Talente aus der Region. Derzeit baut der Verein ein neues Stadion für 50.000 Zuschauer um 150 Millionen Euro! So wie bei Surkis sind auch Achmetovs dunkle Punkte aus der Vergangenheit übertüncht, denn Popularität und daraus resultierende politische Funktionen schaffen Immunität. Mit Ausnahme der Agnellis ist die Herkunft der Reichtümern der genannten Plutokraten eng mit kriminellen Machenschaften verbunden, doch sie – und so manche andere – haben es meisterhaft verstanden, sich mit ihrem Engagement im populären Fußball aus dieser Falle zu befreien.
Beatrix Schönfeld – Pfennigbauer
16.05.2007
Mohammad Osman ANWARY wurde am 10.10.1989 in Kabul geboren. Er kam im Mai 2003 nach Österreich und wohnt seither in Wien. Wegen seiner großen Vorliebe für Sport, insbesondere für Bodybuilding, entschloss er sich im April 2004 diesen Sport aktiv zu betreiben. Mohammad Osman ANWARY nahm bei verschiedenen Bodybuilding Grand Prix und Meisterschaften teil. Zur seinen größten Erfolgen gehören sein 1. Platz gleich bei seinem Debüt im Oktober 2006 bei internationalen Meisterschaften in Wien, wo er auch Gesamtsieger aller Juniorenklassen wurde sowie sein 2. Platz bei der diesjährigen oberösterreichischen Meisterschaft im April 2007 in Wels.
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Hazareclub

Hazareclub
Ein Musterbeispiel gelungener Integration
„Der Fußball verbindet wie kein anderer Sport Menschen aller Kulturen. Dies haben die Fanmeilen bei der letzten WM in Deutschland eindrucksvoll gezeigt.“ betonte Bezirksrat Jürgen Bozsoki in seiner Ansprache zum 10-jährigen Jubiläum des Afghanischen Kulturvereins Floridsdorf im Rahmen eines Fußballturniers auf der Schmelz.
Mir Ghousudden, Leiter des Kulturvereins, fördert seit einigen Jahren mit unterschiedlichsten Aktivitäten die erfolgreiche Integration von MigrantInnen aus
Afghanistan. Sein Ziel ist nicht die Abschottung seiner Landsleute gegenüber den Österreichern. Im Gegenteil: Es geht ihm primär um Unterstützung bei der Integration in Österreich. Vorraussetzung dafür sind neben der Kenntnis der deutschen Sprache auch die Übernahme von „westlichen“ Grundwerten, wie etwa das Bekenntnis zu Demokratie und die Akzeptanz der Gleichheit der Geschlechter. Besonderes Anliegen ist dem Kulturverein auch die strikte Trennung von Religion und Politik

In seiner Rede bedankte sich Mir Ghousudden bei den Casinos Austria und Bezirksvorsteher Ing. Heinz Lehner für die finanzielle Unterstützung. Die Dankbarkeit war nicht nur ihm, sondern allen Teilnehmern des Fußballturniers anzusehen, egal ob Sieger oder Verlierer.
„Ihr seid ein Musterbeispiel gelungener Integration!“ lobte Jürgen Bozsoki die Anwesenden. „Deshalb sind wir alle Sieger!“

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